Montag, 17. März 2008
Fakten zum Thema "Frauenfußball"
Ein kurzer historischer Abriss über den Frauenfussball:
1890er
Die Anfänge des Frauenfußballs in Europa
1894
Nettie Honeyball gründet mit den "British Ladies" Englands erstes Frauenfußballteam.
1895
10.000 Zuschauer sehen in London das erste Frauenfußballspiel zwischen Süd-England und Nord-England.
1912
Mit "Femina Paris" wird Frankreichs erster Damenfußballclub gegründet.
1914
während dem ersten Weltkrieg "Aufschwung" im Frauenfußball (abwesende Männer). In England spielen zahlreiche Teams vor bis zu 53.000 Zuschauern
1917
Der Frauenfußball boomt in England. Munitionsarbeiterinnen gründen 1917 die legendären "Dick Kerr's Ladies". Frauenfußballspiele finden auf der Insel als Wohltätigkeitsspiele statt.
1918/1919
In Frankreich wird die erste Frauenfußball-Meisterschaft ausgetragen.
1919
Der Französische Fußballverband (FFF) wird gegründet. Er weigert sich, Fußballerinnen aufzunehmen. Die Frauen spielen in einem eigenen Verband der der französischen Frauensportorganisation angehört.
1920er
Österreich als Vorreiter im Frauenfußball
1920
In Everton spielen Dick Kerr's Ladies gegen St. Helen vor 53.000 Zuschauern.
1921
Der englische Fußball-Dachverband, die "Football Association" (F.A.), verbietet seinen Vereinen, Plätze für Frauenfußball zur Verfügung zu stellen. Das Verbot bleibt bis 1970 aufrecht. Argument: Fußball sei für Frauen nicht geeignet und sollte deshalb nicht gefördert werden.
1923
Das Team der Dick Kerr's Ladies hat die stolze Summe von 70.000 Pfund für wohltätige Zwecke eingespielt. In Österreich ruft Nationalspieler Ferdinand Swatosch zur Gründung eines Damenfteams auf. 150 Spielerinnen melden sich.
1924
Gründung erster Frauen Club „Diana“. Die Medien berichten kritisch und noch im selben Jahr verschwindet Frauenfußball für die nächsten 10 Jahre aus den Medien
1924
Mehrere Frauenfußball-Matches in Wien.
1925
Deutschland: Frauen spielen in Reihen des "Arbeiter-, Turn- und Sportbundes" (ATSB) Fußball.
1930er
Ein jähes Ende im austrofaschistischen Österreich
1930
Lotte Specht gründet mit dem 1. DFC Frankfurt Deutschlands ersten Frauenfußballclub.
1931
Deutschland: der Arbeiter- Turn- und Sportbund (ATSB) untersagt zwar den Frauenfußball, dennoch spielen insgesamt 633 Frauen Fußball. Bis 1931 halten die Frauen dem Druck stand und es gibt dokumentierte Aktivitäten von Frauenfußball Clubs. Der 1.DFC Frankfurt wird aufgelöst.
1934
Im Herbst werden sämtliche Sportverbände zusammengefasst (Führung: oberster Sportführer Ernst Rüdiger von Starhemberg)
1935
Mitte der 30er Jahre verbietet die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) den nationalen Verbänden, ihre Sportplätze für Frauenspiele zur Verfügung zu stellen. Gründung Dachverband: "Österreichischen Damenfußball Union" (ÖDU). Hinweise auf die Gründung eines Frauenfußball Clubs (Edith Klinger)
1936
der Montag berichtet: Erste österreichische Damenfußballmeisterschaft: neun Vereine aus dem Wiener Raum spielen vor durchschnittlich 3000 ZuschauerInnen und Neugründung mehrerer Frauenfußball-Klubs (DFC Favoriten, Vindobona, Rapid). Die Spiele wurden teilweise auf großen Plätzen wie dem Platz des Wiener Sportclubs ausgetragen. Im Frühjahr verkündet der ÖFB seinen Erlass, in dem er es seinen Vereinen untersagt, den Frauen Plätze zur Verfügung zu stellen. Der Turn- und Sportfront, dem alle Vereine angehören, unterstützt die Haltung des ÖFB.
1937
Trotz Gegenwind finden 1937 und 1939 Meisterschaften statt, an denen jeweils neun Teams teilnehmen. Die Medien berichten kaum.
Eintrittsgelder: ca. 40% der Einnahmen geht an Veranstalter, der damit u.a. die Strafe für die unerlaubte Vergabe des Sportplatzes bezahlt. Die anderen 60% werden großteils für wohltätige Zwecke gespendet.
Um zu erreichen, dass die Frauenklubs auch auf den öffentlichen Sportplätzen spielen dürfen, versuchte die ÖDU mehrmals mit dem ÖFB einen Konsens zu finden. Die Österreichische Damenfußball-Union bot dem ÖFB die Hälfte der eingespielten Einnahmen an, das Angebot wurde aber abgelehnt.
Mitgliedern des ÖFB ist es untersagt, Funktionen in der ÖDU auszuüben. Als Konsequenz dieser Repressionen werden 1937 in einem Artikel der Presse Überlegungen angestellt, dass der Frauenfußball selbst einen Sportplatz und ein Schiedsrichterkollegium installieren müsse.
1938
Nach dem nationalsozialistischen Anschluss Österreichs an Deutschland kommt es zu rapiden Veränderungen der Strukturen des Sports: Die Turn- und Sportfront wurde aufgelöst, Juden aus allen Funktionen und selbst als ZuschauerInnen ausgeschlossen.
Bis in den Sommer gibt es Berichte über Aktivitäten des Frauenfußballs in Österreich. Im August wird die Österreichische Damenfußball-Union behördlich aufgelöst. Die Auflösung erfolgte unter Berufung auf eine Weisung des FIFA, der sich gegen das Fußballspiel der Frauen ein Verbot von Spielen auf Verbandsplätzen ausspricht
Nach 1945
Sportorganisationen sind männlich dominiert. Frauensport wird in vielerlei Hinsicht benachteiligt, z.B. durch schlechter ausgebildete TrainerInnen oder Unterrepräsentation bei Wettkämpfen.
Sport für Frauen wurde in den 50er Jahren als Bereich der Erholung gesehen. „Seiner Veranlagung entsprechend sollte das weibliche Geschlecht vom Leistungssport ganz absehen .... Der Körper gerät in einen krampfähnlichen Spannungszustand, der sich z.B. im verzerrten Gesicht plastisch äußert. Solcher Sport ist für Frauen sowohl aus ästhetischen als auch aus rein psychischen Gründen abzulehnen“ (Union-Post 5/1949, S. 5, zitiert nach Marschik, 2003, S. 169).
1948
Initiative der Zeitung Wiener Sport, einen Frauenfußballklub zu bilden. Laut Presse melden sich eine größere Anzahl von Mädchen auf die Inserate. Die Initiative endet noch im selben Monat, möglicherweise durch Interventionen des ÖFB oder Verbände (Marschik).
1950er Frauenfußball im Schatten der Nachkriegszeit
50er Jahre
War Fußball in den 30er Jahren durch „technisch raffinierte und perfekte Ballbeherrschung“ (Marschik) gekennzeichnet, entwickelt sich der Fußball der Nachkriegsjahre zu einem männlichen, harten Spiel. Die Sportart wird damit scheinbar ungeeignet für Frauen. Bis in die späten 50er Jahre sind dementsprechend keine konkreten Aktivitäten im Frauenfußball verzeichnet.
1951
In der ÖFB Publikation von Leo Schidrowitz „Geschichte des Fußballsportes in Österreich“ findet der Frauenfußball auf 300 Seiten eine Erwähnung: im Rückblick auf fußballerische Kuriositäten der 30er Jahre (Marschik).
1955
Vor allem im Ruhrgebiet gründen sich Damenfußballvereine. Die Spiele finden teilweise großes Zuschauerinteresse. Am 30.7. verbietet der DFB seinen Vereinen, Plätze für Damenfußballspiele zur Verfügung zu stellen und Damenfußballabteilungen zu gründen.
1956
Trotz DFB-Verbots folgen weitere Vereinsgründungen, u.a. von Rhenania Essen und Fortuna Dortmund. Im September findet in Essen vor 18.000 Zuschauern das erste (inoffizielle) Damenfußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Holland statt (2:1).
1957
Diskurs in den Medien über Frauenfußball. Einige Leserinnen fordern eine Wiedereinführung des Frauenfußballs. Von Seiten des ÖFB kommentiert der „Präsident Walch: ‚Als eifriger Verfechter des Frauensports ... bin ich der Meinung .... Der Fußballsport ist ein kampfbetonter Männersport, der nicht geeignet ist, den Frauen in sportlicher Hinsicht das zu geben, was sie zur Ausbildung eines gesunden Körpers notwendig brauchen’. Generalsekretär Liegl: ‚Ich ergänze die Meinung des Präsidenten Walch .... Auch medizinische und ästhetische Gründe sprechen gegen den Damenfußballsport’ (Marschik).
Es kommt zu einem generellen Verbot für Frauenspiele auf Verbandsplätzen. Sanktionen sind die Streichung von Totogeldern und Geldstrafen. Damit findet Frauenfußball zumindest in der Öffentlichkeit ein jähes Ende.
1965
Von 1956 bis 1965 werden mehr als 150 inoffizielle Damenfußball-Länderspiele ausgetragen, u.a. gegen England, Österreich, Italien und Holland.
1968
USC Landhaus Wien, der erste Frauenfußball Verein Schwarz-Weiß wird gegründet und tritt noch im selben Jahr als eigenständige Sektion der Union SC Landhaus bei. Mangels anderer österreichischer Teams spielt USC Landhaus Freundschaftsspiele gegen Teams aus der damaligen Tschechoslowakei.
1969
Gründung eines unabhängigen europäischen Frauenfußball Verband.
1970
Erste, inoffizielle Frauenweltmeisterschaft.
1970er
Legalisierung Frauenfußball – Integration in die Männerorganisationen
1970
Zwischen 40.000 und 60.000 Mädchen und Frauen kicken nach Schätzungen abseits vom DFB. Im Sommer findet in Italien die erste inoffizielle Damen-Fußballweltmeisterschaft statt. Als Vertreter Deutschlands wird das Frauenteam vom SC 07 Bad Neuenahr eingeladen. Der DFB hebt sein Damenfußball-Verbot auf, allerdings mit mehreren Auflagen (Dauer 70 Minuten, Winterpause, leichtere Bälle, keine Stollenschuhe) und es gründeten sich sofort regionale Ligen.
Im Osten Österreichs bilden sich seit 1970er viele Vereine. Der Österreichischen Damenfußball-Verband (ÖDFV) veranstaltet einige Spiele und vermarktet diese medienwirksam. ÖDFV und die Klubs, die nicht im Verband vertreten sind werfen sich gegenseitig vor, dem Frauenfußball zu schaden.
1971
Am 21.3. findet in Hamburg mit 28 Teams die erste Stadtmeisterschaft statt. Der DFB zählt 112.000 weibliche Mitglieder. Die Union of European Football Associations (UEFA) empfiehlt den Mitgliedsverbänden die Einführung des Frauenfußballs. Motiv: Sorge, Frauenfußball könnte zu einer unkontrollierbaren und autonomen Größe werden (siehe 1996 Verbandsgründung und 1970 Weltmeisterschaft). Die Aufhebung des Spielverbotes auf Verbandsplätzen konnte erreicht werden. Eine Zeitlang existierte parallel dazu noch der ÖDFV. Da aber die Vereine vom ÖFB legalisiert wurden und den Verbänden beitraten, wurde die eigene Organisation eingestellt.
USC Landhaus wird als erster Frauenfußballverein in den Wiener Fußballverband aufgenommen.
1972
In Österreich werden 72/73 erstmals seit 1936/37 Meisterschaften ausgetragen.
Nach der Legalisierung spielen auf Anhieb etwa 200 Vereine mit insgesamt ca. 5000 Mitgliedern. Diese Zahlen lassen vermuten, dass es trotz Verbot in den 60er Jahren durchgängig Aktivitäten im Frauenfußball gab.
1974
Erste offizielle Deutsche Frauenfußball-Meisterschaft: TuS Wörrstadt schlägt im Finale Eintracht Erle (Gelsenkirchen) in Mainz vor 4.000 Zuschauern mit 4:0.
1976
Mit Tina Theune-Meyer erwirbt erstmals eine Frau in Deutschland eine Trainer-Lizenz.
1977
DFB ernennt eine Referentin für Frauenfußball.
1980er Entwicklung von Bundesligen, Nationalteams und Bewerben
1980
Gründung des ersten reinen Frauenfußballvereins Union Kleinmünchen. Union Kleinmünchen spielt seither ununterbrochen in der Bundesliga.
1982
Erstes Spiel der DFB Frauenfußball-Nationalelf. Deutschland besiegt die Schweiz vor 5.500 Zuschauern in Koblenz mit 5:1. Bundestrainer ist Gero Bisanz.
ÖFB übernimmt Damenliga und führt sie unter dem Namen Frauen-Bundesliga (1. und 2. Division) fort.
1984
Die UEFA veranstaltet Fußball-Europameisterschaften für Damenmannschaften.
1989
Deutschland gewinnt im eigenen Land die Europameisterschaft. Im Herbst richtet der DFB einen "Ausschuss für Damenfußball" ein. Vorsitzende wird Hannelore Ratzeburg, die schon seit 1977 im DFB-Spielausschuss die Belange des Frauenfußballs vertreten hatte.
1990er Deutschlands Frauen auf Siegeszug
1990
Deutschland: Einführung der zweigleisigen Bundesliga.
In den frühen 1990ern Entwicklung Frauenfußball in Westösterreich (FC Wacker Innsbruck), spielen bis Ende der 90er Jahre in Landesliga bzw. Westliga (Tirol und Vorarlberg)
1991
Die erste Frauen-Fußball-WM findet in China statt.
Deutschland wird bei der ersten Frauenfußball-WM in China Vierter. In Dänemark verteidigt das dt. Nationalteam seinen Europameisterschafts-Titel.
1992
Der DFB zählt inzwischen rund 535.000 weibliche Mitglieder.
1995
Deutschland wird bei der WM in Schweden Vizeweltmeister und im eigenen Land erneut Europameister. Hannelore Ratzeburg kommt als erste Frau in den DFB-Vorstand.
1996
Tina Theune-Meyer löst Gero Bisanz ab und wird Bundestrainerin.
1997
Bei der EM in Norwegen und Schweden gewinnt Deutschland erneut den Titel. Die eingleisige Bundesliga mit 12 Teams wird eingeführt.
21. Jhdt. Die Zukunft des Fußballs ist weiblich
2000
Deutschland gewinnt bei den olympischen Spielen in Australien die Bronze-Medaille.
Einführung der 2. Division Mitte (Fusion der Landesligen Oberösterreich und Salzburg)
2001
Europameisterschaft in Deutschland (Deutschland Europameister). In den USA startet mit der WUSA, der "Women's United Soccer Association", die erste Frauenfußball-Profiliga. Einführung europäischer Meisterpokal der Frauen, UEFA Women's Cup.
2003
Deutschland wird in den USA Fußballweltmeister.
2. Divisionen Süd und West werden eingeführt und schließlich das heute existierende Ligensystem komplettiert, wobei die 2. Division West (Tirol und Vorarlberg) nach ihrer Degradierung zur Landesliga erst seit 2006/07 wieder als zweite Spielstufe geführt wird.
2004
Der DFB führt eine zweigleisige 2. Bundesliga ein.
2005
Unter dem Titel "Die Zukunft des Fußballs ist weiblich" findet in Köln der bundesweit erste Kongress für Mädchen- und Frauenfußball statt. Der DFB zählt bereits 870.000 weibliche Mitglieder.
2007
WM in China (Deutschland Weltmeister)
2009
Geplante Wiedereinführung der WUSA
2011
WM in Deutschland
Quellen:
Marschik M., (2003). Frauenfussball und Maskulinität. Geschichte - Gegenwart - Perspektiven von Wien: Lit.
http://de.fifa.com/aboutfifa/developing/women/index.html
http://www.oefb.at/show_page.php?pid=368
www.frauenfußball.at
http://www.bpb.de/themen/GTWZYW,0,0,Chronologie_des_Frauenfu%DFballs.html
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96FB-Frauenliga
Die Anfänge des Frauenfußballs in Europa
1894
Nettie Honeyball gründet mit den "British Ladies" Englands erstes Frauenfußballteam.
1895
10.000 Zuschauer sehen in London das erste Frauenfußballspiel zwischen Süd-England und Nord-England.
1912
Mit "Femina Paris" wird Frankreichs erster Damenfußballclub gegründet.
1914
während dem ersten Weltkrieg "Aufschwung" im Frauenfußball (abwesende Männer). In England spielen zahlreiche Teams vor bis zu 53.000 Zuschauern
1917
Der Frauenfußball boomt in England. Munitionsarbeiterinnen gründen 1917 die legendären "Dick Kerr's Ladies". Frauenfußballspiele finden auf der Insel als Wohltätigkeitsspiele statt.
1918/1919
In Frankreich wird die erste Frauenfußball-Meisterschaft ausgetragen.
1919
Der Französische Fußballverband (FFF) wird gegründet. Er weigert sich, Fußballerinnen aufzunehmen. Die Frauen spielen in einem eigenen Verband der der französischen Frauensportorganisation angehört.
1920er
Österreich als Vorreiter im Frauenfußball
1920
In Everton spielen Dick Kerr's Ladies gegen St. Helen vor 53.000 Zuschauern.
1921
Der englische Fußball-Dachverband, die "Football Association" (F.A.), verbietet seinen Vereinen, Plätze für Frauenfußball zur Verfügung zu stellen. Das Verbot bleibt bis 1970 aufrecht. Argument: Fußball sei für Frauen nicht geeignet und sollte deshalb nicht gefördert werden.
1923
Das Team der Dick Kerr's Ladies hat die stolze Summe von 70.000 Pfund für wohltätige Zwecke eingespielt. In Österreich ruft Nationalspieler Ferdinand Swatosch zur Gründung eines Damenfteams auf. 150 Spielerinnen melden sich.
1924
Gründung erster Frauen Club „Diana“. Die Medien berichten kritisch und noch im selben Jahr verschwindet Frauenfußball für die nächsten 10 Jahre aus den Medien
1924
Mehrere Frauenfußball-Matches in Wien.
1925
Deutschland: Frauen spielen in Reihen des "Arbeiter-, Turn- und Sportbundes" (ATSB) Fußball.
1930er
Ein jähes Ende im austrofaschistischen Österreich
1930
Lotte Specht gründet mit dem 1. DFC Frankfurt Deutschlands ersten Frauenfußballclub.
1931
Deutschland: der Arbeiter- Turn- und Sportbund (ATSB) untersagt zwar den Frauenfußball, dennoch spielen insgesamt 633 Frauen Fußball. Bis 1931 halten die Frauen dem Druck stand und es gibt dokumentierte Aktivitäten von Frauenfußball Clubs. Der 1.DFC Frankfurt wird aufgelöst.
1934
Im Herbst werden sämtliche Sportverbände zusammengefasst (Führung: oberster Sportführer Ernst Rüdiger von Starhemberg)
1935
Mitte der 30er Jahre verbietet die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) den nationalen Verbänden, ihre Sportplätze für Frauenspiele zur Verfügung zu stellen. Gründung Dachverband: "Österreichischen Damenfußball Union" (ÖDU). Hinweise auf die Gründung eines Frauenfußball Clubs (Edith Klinger)
1936
der Montag berichtet: Erste österreichische Damenfußballmeisterschaft: neun Vereine aus dem Wiener Raum spielen vor durchschnittlich 3000 ZuschauerInnen und Neugründung mehrerer Frauenfußball-Klubs (DFC Favoriten, Vindobona, Rapid). Die Spiele wurden teilweise auf großen Plätzen wie dem Platz des Wiener Sportclubs ausgetragen. Im Frühjahr verkündet der ÖFB seinen Erlass, in dem er es seinen Vereinen untersagt, den Frauen Plätze zur Verfügung zu stellen. Der Turn- und Sportfront, dem alle Vereine angehören, unterstützt die Haltung des ÖFB.
1937
Trotz Gegenwind finden 1937 und 1939 Meisterschaften statt, an denen jeweils neun Teams teilnehmen. Die Medien berichten kaum.
Eintrittsgelder: ca. 40% der Einnahmen geht an Veranstalter, der damit u.a. die Strafe für die unerlaubte Vergabe des Sportplatzes bezahlt. Die anderen 60% werden großteils für wohltätige Zwecke gespendet.
Um zu erreichen, dass die Frauenklubs auch auf den öffentlichen Sportplätzen spielen dürfen, versuchte die ÖDU mehrmals mit dem ÖFB einen Konsens zu finden. Die Österreichische Damenfußball-Union bot dem ÖFB die Hälfte der eingespielten Einnahmen an, das Angebot wurde aber abgelehnt.
Mitgliedern des ÖFB ist es untersagt, Funktionen in der ÖDU auszuüben. Als Konsequenz dieser Repressionen werden 1937 in einem Artikel der Presse Überlegungen angestellt, dass der Frauenfußball selbst einen Sportplatz und ein Schiedsrichterkollegium installieren müsse.
1938
Nach dem nationalsozialistischen Anschluss Österreichs an Deutschland kommt es zu rapiden Veränderungen der Strukturen des Sports: Die Turn- und Sportfront wurde aufgelöst, Juden aus allen Funktionen und selbst als ZuschauerInnen ausgeschlossen.
Bis in den Sommer gibt es Berichte über Aktivitäten des Frauenfußballs in Österreich. Im August wird die Österreichische Damenfußball-Union behördlich aufgelöst. Die Auflösung erfolgte unter Berufung auf eine Weisung des FIFA, der sich gegen das Fußballspiel der Frauen ein Verbot von Spielen auf Verbandsplätzen ausspricht
Nach 1945
Sportorganisationen sind männlich dominiert. Frauensport wird in vielerlei Hinsicht benachteiligt, z.B. durch schlechter ausgebildete TrainerInnen oder Unterrepräsentation bei Wettkämpfen.
Sport für Frauen wurde in den 50er Jahren als Bereich der Erholung gesehen. „Seiner Veranlagung entsprechend sollte das weibliche Geschlecht vom Leistungssport ganz absehen .... Der Körper gerät in einen krampfähnlichen Spannungszustand, der sich z.B. im verzerrten Gesicht plastisch äußert. Solcher Sport ist für Frauen sowohl aus ästhetischen als auch aus rein psychischen Gründen abzulehnen“ (Union-Post 5/1949, S. 5, zitiert nach Marschik, 2003, S. 169).
1948
Initiative der Zeitung Wiener Sport, einen Frauenfußballklub zu bilden. Laut Presse melden sich eine größere Anzahl von Mädchen auf die Inserate. Die Initiative endet noch im selben Monat, möglicherweise durch Interventionen des ÖFB oder Verbände (Marschik).
1950er Frauenfußball im Schatten der Nachkriegszeit
50er Jahre
War Fußball in den 30er Jahren durch „technisch raffinierte und perfekte Ballbeherrschung“ (Marschik) gekennzeichnet, entwickelt sich der Fußball der Nachkriegsjahre zu einem männlichen, harten Spiel. Die Sportart wird damit scheinbar ungeeignet für Frauen. Bis in die späten 50er Jahre sind dementsprechend keine konkreten Aktivitäten im Frauenfußball verzeichnet.
1951
In der ÖFB Publikation von Leo Schidrowitz „Geschichte des Fußballsportes in Österreich“ findet der Frauenfußball auf 300 Seiten eine Erwähnung: im Rückblick auf fußballerische Kuriositäten der 30er Jahre (Marschik).
1955
Vor allem im Ruhrgebiet gründen sich Damenfußballvereine. Die Spiele finden teilweise großes Zuschauerinteresse. Am 30.7. verbietet der DFB seinen Vereinen, Plätze für Damenfußballspiele zur Verfügung zu stellen und Damenfußballabteilungen zu gründen.
1956
Trotz DFB-Verbots folgen weitere Vereinsgründungen, u.a. von Rhenania Essen und Fortuna Dortmund. Im September findet in Essen vor 18.000 Zuschauern das erste (inoffizielle) Damenfußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Holland statt (2:1).
1957
Diskurs in den Medien über Frauenfußball. Einige Leserinnen fordern eine Wiedereinführung des Frauenfußballs. Von Seiten des ÖFB kommentiert der „Präsident Walch: ‚Als eifriger Verfechter des Frauensports ... bin ich der Meinung .... Der Fußballsport ist ein kampfbetonter Männersport, der nicht geeignet ist, den Frauen in sportlicher Hinsicht das zu geben, was sie zur Ausbildung eines gesunden Körpers notwendig brauchen’. Generalsekretär Liegl: ‚Ich ergänze die Meinung des Präsidenten Walch .... Auch medizinische und ästhetische Gründe sprechen gegen den Damenfußballsport’ (Marschik).
Es kommt zu einem generellen Verbot für Frauenspiele auf Verbandsplätzen. Sanktionen sind die Streichung von Totogeldern und Geldstrafen. Damit findet Frauenfußball zumindest in der Öffentlichkeit ein jähes Ende.
1965
Von 1956 bis 1965 werden mehr als 150 inoffizielle Damenfußball-Länderspiele ausgetragen, u.a. gegen England, Österreich, Italien und Holland.
1968
USC Landhaus Wien, der erste Frauenfußball Verein Schwarz-Weiß wird gegründet und tritt noch im selben Jahr als eigenständige Sektion der Union SC Landhaus bei. Mangels anderer österreichischer Teams spielt USC Landhaus Freundschaftsspiele gegen Teams aus der damaligen Tschechoslowakei.
1969
Gründung eines unabhängigen europäischen Frauenfußball Verband.
1970
Erste, inoffizielle Frauenweltmeisterschaft.
1970er
Legalisierung Frauenfußball – Integration in die Männerorganisationen
1970
Zwischen 40.000 und 60.000 Mädchen und Frauen kicken nach Schätzungen abseits vom DFB. Im Sommer findet in Italien die erste inoffizielle Damen-Fußballweltmeisterschaft statt. Als Vertreter Deutschlands wird das Frauenteam vom SC 07 Bad Neuenahr eingeladen. Der DFB hebt sein Damenfußball-Verbot auf, allerdings mit mehreren Auflagen (Dauer 70 Minuten, Winterpause, leichtere Bälle, keine Stollenschuhe) und es gründeten sich sofort regionale Ligen.
Im Osten Österreichs bilden sich seit 1970er viele Vereine. Der Österreichischen Damenfußball-Verband (ÖDFV) veranstaltet einige Spiele und vermarktet diese medienwirksam. ÖDFV und die Klubs, die nicht im Verband vertreten sind werfen sich gegenseitig vor, dem Frauenfußball zu schaden.
1971
Am 21.3. findet in Hamburg mit 28 Teams die erste Stadtmeisterschaft statt. Der DFB zählt 112.000 weibliche Mitglieder. Die Union of European Football Associations (UEFA) empfiehlt den Mitgliedsverbänden die Einführung des Frauenfußballs. Motiv: Sorge, Frauenfußball könnte zu einer unkontrollierbaren und autonomen Größe werden (siehe 1996 Verbandsgründung und 1970 Weltmeisterschaft). Die Aufhebung des Spielverbotes auf Verbandsplätzen konnte erreicht werden. Eine Zeitlang existierte parallel dazu noch der ÖDFV. Da aber die Vereine vom ÖFB legalisiert wurden und den Verbänden beitraten, wurde die eigene Organisation eingestellt.
USC Landhaus wird als erster Frauenfußballverein in den Wiener Fußballverband aufgenommen.
1972
In Österreich werden 72/73 erstmals seit 1936/37 Meisterschaften ausgetragen.
Nach der Legalisierung spielen auf Anhieb etwa 200 Vereine mit insgesamt ca. 5000 Mitgliedern. Diese Zahlen lassen vermuten, dass es trotz Verbot in den 60er Jahren durchgängig Aktivitäten im Frauenfußball gab.
1974
Erste offizielle Deutsche Frauenfußball-Meisterschaft: TuS Wörrstadt schlägt im Finale Eintracht Erle (Gelsenkirchen) in Mainz vor 4.000 Zuschauern mit 4:0.
1976
Mit Tina Theune-Meyer erwirbt erstmals eine Frau in Deutschland eine Trainer-Lizenz.
1977
DFB ernennt eine Referentin für Frauenfußball.
1980er Entwicklung von Bundesligen, Nationalteams und Bewerben
1980
Gründung des ersten reinen Frauenfußballvereins Union Kleinmünchen. Union Kleinmünchen spielt seither ununterbrochen in der Bundesliga.
1982
Erstes Spiel der DFB Frauenfußball-Nationalelf. Deutschland besiegt die Schweiz vor 5.500 Zuschauern in Koblenz mit 5:1. Bundestrainer ist Gero Bisanz.
ÖFB übernimmt Damenliga und führt sie unter dem Namen Frauen-Bundesliga (1. und 2. Division) fort.
1984
Die UEFA veranstaltet Fußball-Europameisterschaften für Damenmannschaften.
1989
Deutschland gewinnt im eigenen Land die Europameisterschaft. Im Herbst richtet der DFB einen "Ausschuss für Damenfußball" ein. Vorsitzende wird Hannelore Ratzeburg, die schon seit 1977 im DFB-Spielausschuss die Belange des Frauenfußballs vertreten hatte.
1990er Deutschlands Frauen auf Siegeszug
1990
Deutschland: Einführung der zweigleisigen Bundesliga.
In den frühen 1990ern Entwicklung Frauenfußball in Westösterreich (FC Wacker Innsbruck), spielen bis Ende der 90er Jahre in Landesliga bzw. Westliga (Tirol und Vorarlberg)
1991
Die erste Frauen-Fußball-WM findet in China statt.
Deutschland wird bei der ersten Frauenfußball-WM in China Vierter. In Dänemark verteidigt das dt. Nationalteam seinen Europameisterschafts-Titel.
1992
Der DFB zählt inzwischen rund 535.000 weibliche Mitglieder.
1995
Deutschland wird bei der WM in Schweden Vizeweltmeister und im eigenen Land erneut Europameister. Hannelore Ratzeburg kommt als erste Frau in den DFB-Vorstand.
1996
Tina Theune-Meyer löst Gero Bisanz ab und wird Bundestrainerin.
1997
Bei der EM in Norwegen und Schweden gewinnt Deutschland erneut den Titel. Die eingleisige Bundesliga mit 12 Teams wird eingeführt.
21. Jhdt. Die Zukunft des Fußballs ist weiblich
2000
Deutschland gewinnt bei den olympischen Spielen in Australien die Bronze-Medaille.
Einführung der 2. Division Mitte (Fusion der Landesligen Oberösterreich und Salzburg)
2001
Europameisterschaft in Deutschland (Deutschland Europameister). In den USA startet mit der WUSA, der "Women's United Soccer Association", die erste Frauenfußball-Profiliga. Einführung europäischer Meisterpokal der Frauen, UEFA Women's Cup.
2003
Deutschland wird in den USA Fußballweltmeister.
2. Divisionen Süd und West werden eingeführt und schließlich das heute existierende Ligensystem komplettiert, wobei die 2. Division West (Tirol und Vorarlberg) nach ihrer Degradierung zur Landesliga erst seit 2006/07 wieder als zweite Spielstufe geführt wird.
2004
Der DFB führt eine zweigleisige 2. Bundesliga ein.
2005
Unter dem Titel "Die Zukunft des Fußballs ist weiblich" findet in Köln der bundesweit erste Kongress für Mädchen- und Frauenfußball statt. Der DFB zählt bereits 870.000 weibliche Mitglieder.
2007
WM in China (Deutschland Weltmeister)
2009
Geplante Wiedereinführung der WUSA
2011
WM in Deutschland
Quellen:
Marschik M., (2003). Frauenfussball und Maskulinität. Geschichte - Gegenwart - Perspektiven von Wien: Lit.
http://de.fifa.com/aboutfifa/developing/women/index.html
http://www.oefb.at/show_page.php?pid=368
www.frauenfußball.at
http://www.bpb.de/themen/GTWZYW,0,0,Chronologie_des_Frauenfu%DFballs.html
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96FB-Frauenliga






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Aufgenommen: Apr 10, 08:52