Salzburg in deiner Hand!

2016 findet der Jugendkongress in Salzburg zum achten Mal statt. Auch dieses Mal geht es um Jugendbeteiligung und Partizipation. Es geht darum, dass junge Menschen eigene und andere Lebenswelten kennen und gestalten lernen. Es geht um Salzburg und um unsere Zukunft!

Vielfalt ist unser Leben

Worum geht’s konkret?

Der Jugendkongress ist ein Projekt des Jugendbüros der Stadt Salzburg. Gemeinsam mit Jugendeinrichtungen in Stadt und Land Salzburg: Akzente Salzburg, Verein Spektrum, den Kinderfreund/innen, der AK Salzburg, Robert Jungk Bibliothek, Juz Iglu, dem Kulturzentrum MARK, der Sozialen Initiative Salzburg, bePart und dem Frauentreff Salzburg findet der Jugendkongress 2016 statt – seit 2002 im 2-Jahres-Rhythmus.

Eingeladen sind Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, Schulklassen, Freundesgruppen, Interessierte.

Zur Auswahl steht ein hochkarätiges Workshopangebot mit spannenden Themen. Es geht um Themen, die jede Person betreffen, die uns im Alltag begegnen. In der Auseinandersetzung mit der eigenen Welt und fremden Welten werden Horizonte erweitert und kritisches Denken gefördert.

Die Themen

1. „Aus anderer Sicht“
Partner: Stadt Salzburg – Büro für Menschen mit Behinderung- Sabine Neusüß und SIS – Soziale Initiative Salzburg, Christian Treweller

„Aus anderer Sicht“ ist ein Projekt für Menschen ohne Behinderungen, um die Sichtweise und den Alltag von Menschen mit Behinderungen zu erfahren und zu einem barrierefreien Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen beizutragen. Hier erzählen “ExpertInnen in eigener Sache” aus ihrem Leben. Ihr könnt selbst neue Sichtweisen eines barrierefreien Miteinanders erfahren.

2. „Sympatho-Bus“ – Mobilität
Partner: Verein Spektrum, Robert Miksch
Das Projekt soll die Attraktivität öffentlicher Verkehrsmittel unter den Jugendlichen steigern und gleichzeitig Vorurteile über jugendliches Verhalten im öffentlichen Raum durch ihre Eigenaktivitäten korrigieren. Jugendliche machen Jugendliche auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit des Busfahrens aufmerksam – die Ausbildung und die Praxiserfahrungen der Jugendlichen leisten einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätsbildung von jungen Menschen – denn: Busfahren ist cool – wir mögen es!
3. “Wie organisiere ich eine Veranstaltung?“  Kultur – Organisation
Partner: MARK Freizeit Kultur, Gerd Pardeller
Wie kommen Konzerte/Partys und/oder andere Veranstaltungen im kulturellen Bereich eigentlich zustande, wer plant da mit? Wie organisiere ich selbst ein Konzert oder eine Party? Woran muss ich denken? Wir verknüpfen das Organisieren von Veranstaltungen auch mit Infos zum Bereich Tontechnik und vielem mehr.
4. “Daten und Sicherheit”
Partner: Stadt Salzburg, Jochen Höfferer
Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts – überall werden Daten gesammlt – Whatsapp, facebook, google… Der kurze Workshop zeigt, was die Stadt mit ihren Daten macht (z.B. Subventions- checker)  und er führt auch vor Augen, was andere mit „Deinen“ Daten machen oder machen können. Idee: Rasterfahndung nach den Gewohnheiten der jungen Mensch und  Rückschlüsse auf „Lebensweise“.
5. “Toleranz – Fremd sein”
Partner: JUZ IGLU, Marlene Huemer
Toleranz ist eine Frage der Definition und bei jedem Menschen unterschiedlich. Es lässt sich viel darüber diskutieren: Wie ist das, wenn viele Menschen mit unterschiedlichen Geschichten und Herkünften zusammen leben? Was verbindet Menschen?  Wie können wir das Zusammenleben so gestalten, dass alle zufrieden sind? Wenn Menschen woanders neu ankommen gibt es viele Vorurteile. Durch Kennenlernen und Nachdenken können viele Vorurteile überwunden werden und Menschen zueinander finden.
6. “Europa – Zukunft”
Partner: Robert Jungk Bibliothek, Stefan Wally
Was bringt die Zukunft? Was wünschen sich junge Menschen für die Zukunft? Und was nicht? Gemeinsam werden wir den Vorstellungen auf den Grund gehen und diskutieren, was andere von der Zukunft erwarten. Außerdem – Europa – was ist das überhaupt? Wo geht der Weg hin?
7. “Ene meine meck – gehören die nicht weg?“-  Vorurteile und Medienkompetenzen
Partner: AK Salzburg, Franz Fuchs-Weikl
Im Planspiel reisen die Schüler/-innen in ein fiktives Land und haben die Aufgabe, die schwierige Situation im Land, wie Staatsschulden, Arbeitslosigkeit, Zuwanderung und Wohnungsnot, zu lösen. Sie schlüpfen dabei in verschiedene Rollen (Regierung, Behörde, Zeitung, Verein, jugendliche Zuwanderer). Den Verlauf und die Lösungsstrategien haben die Schüler/-innen selbst in der Hand. Diskriminierung, Populismus und die Suche nach Sündenböcken ist oft der gewählte Lösungsansatz. Ziel des Workshops ist aufzuzeigen, wie Gesellschaft funktioniert und welche Einflussmöglichkeiten jede/-er hat sowie ein Bewusstsein zu schaffen für den Wert der Demokratie.
8. “Typisch Mädchen – typisch Junge? Die Welt ist doch viel bunter!”
Partner: Frauentreffpunkt, Astner Susanne und Zlatojevic Ljiljana und Stadt Salzburg – Frauenbüro, Alexandra Schmidt
Wir laden Euch ein, die Stereotype und Rollenbilder im eigenen Umfeld ausfindig zu machen, zu hinterfragen und zu erweitern. Und sich mit den  eigenen Vorstellungen vom Mann- und Frau-Sein auseinanderzusetzen. Denn, wenn man sich diese Vorstellungen bewusst macht, kann man besser herausfinden und entscheiden, in welche Richtung man sich entwickeln und wie man sich darstellen möchte.
9. “Your Turn – Partizipation und Demokratie”
Partner: BePart, Dagmar Baumgartner und Tamara Ehs
Ausgehend von persönlichen Erfahrungen reden wir über „Mitmachen“ und „Politik“ – wo beginnt was? Wir hinterfragen Einstellungen wie „Man kann eh nichts tun“, Desinteresse oder Politikverdrossenheit und diskutieren:
- Welche positiven und negativen Erfahrungen mit Politik bringen Menschen mit?
- Bewusstsein schaffen: Was ist nicht Politik?
- Austausch zu Möglichkeiten der Beteiligung
- best practice-Modelle von gelungenen Beteiligungsprozessen
- Wie komme ich auf demokratischem Wege zu einer für alle akzeptablen Lösung?
10. “Planspiel Fremd.sein”
Partner: Akzente Salzburg, Silvia Leitner und Barbara Syrowatka
Im Planspiel geht es um das Thema Erstaufnahme von Asylsuchenden (Prozess der Erstaufnahme von AsylwerberInnen)
Wir sind PolitikerInnen, AsylwerberInnen, SozialarbeiterInnen, FremdenpolizistInnen, DolmetscherInnen, uvm. Unsere Aufgaben und Interessen sind komplex und manchmal schwierig. Komplexität, Empathie und der Umgang mit Vorurteilen sind das Kernstück von „fremd.sein“. Auch ein Zeitzeuge ist dabei und erzählt von seinen Erlebnissen und Fluchterfahrungen. Jugendlichen soll die Möglichkeit gegeben werden, in geschütztem Rahmen die Empathiefähigkeit zu trainieren, eigene Erfahrungen zu sammeln und diese zu reflektieren.

 

Stadtplan Lehen

Stadtplan Lehen

 

 

 

 

Hass im Netz! so kann’s nicht weitergehen!

Ingrid Brodnigs Buch „Hass im Netz“ deckt die Mechanismen auf, zeigt die Tricks der Fälscher, die gezielt Unwahrheiten verbreiten, sowie die Rhetorik von Hassgruppen, um Diskussionen eskalieren zu lassen. Damit die Aggression im  Netz nicht sprachlos macht, werden konkrete Tipps und Strate gien geliefert: Wie kann man auf untergriffige Rhetorik oder Shitstorms reagieren? Wie entlarvt man Falschmeldungen oder Halbwahrheiten möglichst schnell? Was tun, wenn man im Netz mit Cybermobbing konfrontiert wird? Denn: Wir sind den Rüpeln, Hetzern und Hassgruppen nicht hilflos ausgeliefert – die Gegenwehr ist gar nicht so schwer.

INGRID BRODNIG ist Medienredakteurin des Nachrichtenmagazins profil und Autorin. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Kuratoriums für Journalistenausbildung, der Salzburger Medienfrauen, des Runden Tisches   Menschenrechte der Stadt Salzburg sowie der Stadt:Bibliothek Salzburg.

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E-Sports – wenn Videospiele zum Wettkampf werden

und riesige Fußballstadien gefüllt sind mit tausenden Menschen, die zuschauen und mitfiebern!

von Paul Laireiter

Computer spielen und dabei Geld verdienen?

Das klingt für die Meisten ziemlich dubios, doch in vielen Ländern ist dies Realität. Videospiele gewinnen zunehmend an Popularität und immer mehr junge Menschen tauchen in die Welt der Videospiele ein. Viele Spiele haben einen Mehrspielermodus. Die Spiele werden dabei online ausgetragen, es kann mit anderen Spielern gemeinsam oder gegeneinander gespielt werden. Durch den Wettkampf hat sich eine sogenannte „Pro-Gamer“-Szene entwickelt. Pro-Gamer sind professionelle Spieler, die ihr Geld mit dem Spielen von Videospielen verdienen, ähnlich wie Profi-Fußballer mit dem Unterschied,  dass das Fußballfeld der Computer oder die Konsole ist. Das Spielen wird zu ihrem Beruf.  Computerspiele können alleine oder zusammen in einer Mannschaft ausgetragen werden. Vor allem die Mannschaftsspiele sind sehr beliebt, zu den beliebtesten gehören „League of Legends“ (kurz: LoL), „Dota 2“, „Counterstrike: Global Offensive“ (kurz: CS:GO) und „Starcraft II“, um nur ein paar zu nennen.

E – Sport wird nur in manchen Ländern als offizielle Sportart angesehen (z.B.: USA, China, Korea, Brasilien, Frankreich), doch mit der steigenden Popularität sind auch andere Länder daran interessiert eine Profi-Liga einzurichten.  In der ESL (electronic Sports League) werden nationale- und internationale Wettkämpfe um sehr hohe Preisgelder ausgetragen. 2015 gewann eine Südkoreanische Mannschaft namens „SK Telecom T1“ im Finale der World-Championships  von League of Legends ein Preisgeld von über 2 Millionen US-Dollar. Die Wettkämpfe werden oft in riesigen Hallen oder Arenen ausgetragen, wo sich tausende begeisterte Fans zusammenfinden und ihre Mannschaft, die auf einer Bühne hinter ihren Rechnern sitzt, anfeuern. Neben dem Live-Spektakel gibt es auch zahlreiche Streaming-Plattformen, die das Spiel im Internet übertragen. Das Spiel wird von Kommentatoren begleitet, die begeistert mitfiebern. 

E-Sports 1

 Die wohl bekannteste Plattform zur Übertragung von Spielen ist „twitch.tv“. Hier werden die beliebtesten Spiele von unterschiedlichsten „Streamern“ übertragen. Streamer sind jene Menschen, die ihre Spielaktivitäten im Internet übertragen. Streamer haben meist ein kleines Fenster in ihrer Übertragung eingeblendet, wo man die Reaktionen und das Gesicht via Webcam sehen kann. Der Streamer interagiert mit den Zuschauern, denn diese können ihre Meinungen in einem Live-Chat äußern und Fragen an den Streamer stellen. Pro-Gamer streamen ihre Trainingseinheiten und werden dabei von tausenden Fans beobachtet. Die Zuseher können den Streamer unterstützen indem sie den Kanal abonnieren oder eine sogenannte „Donation“ abgeben. Donations sind Spenden für den Streamer. Es können beliebige Beträge überwiesen werden, die im Cent-Bereich starten aber bis in den vierstelligen Bereich gehen können. Die Zuseher können so ihre Unterstützung zeigen und eine Nachricht hinterlassen, die dann im Stream-Fenster erscheint und für alle sichtbar wird. Neben professionellen Spielern übertragen auch zahlreiche Hobbyspieler ihre Tätigkeiten auf den Streaming – Plattformen. Diese werden häufig nicht wegen ihres spielerischen Könnens bejubelt, sondern aufgrund ihrer animierenden und lustigen Art, die mehr der Unterhaltung dient. In Südkorea sind Computerspiele bereits so tief in der Kultur verankert, dass bereits drei öffentliche Fernsehsender über die neusten News und Events hinsichtlich Videospiele berichten und wichtige Turniere live übertragen. Diese Sender haben eine regelmäßige Zuschaueranzahl von etwa 6,5 Millionen.

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Neben Turniergeldern, Übertragungen, Spenden und Abonnenten, besteht für Pro-Gamer zusätzlich die Möglichkeit Geld und Produkte von Sponsoren zu erhalten. Das Werben von bekannten Spielern für bestimmte Gaming-Produkte ist für die Hersteller sehr lukrativ, denn die Hobbyspieler wollen dieselben Produkte wie ihre Lieblingsspieler besitzen.

Pro-Gamer und ihre Skills

Pro-Gamer unterscheiden sich von Amateur-Spielern aufgrund ihrer fortgeschrittenen Fähigkeiten oder auch „Skills“. Die Hand-Augen-Koordination, das erhöhte Spielverständnis und die taktische Vorgehensweise in einem Team heben sich von den Leistungen der Hobbyspieler stark ab. Durch spezielle Trainingsprogramme wie etwa ein Trainingslager in Südkorea, der Computerspielmetropole schlechthin,  können die Profis ihre Fähigkeiten verbessern. Pros sind auf der ganzen Welt verteilt und daher ist es bei professionellen Teams nicht unüblich, dass sie gemeinsam in einem Haus wohnen, damit die Teamstärke gefördert werden kann und Trainingseinheiten schneller und einfacher in der Gemeinschaft erfolgen können. Außerdem wird die Kommunikation erleichtert und Analysen von vergangenen Spielen können rasch vor Ort erfolgen. Solche Teams werden meist von einem Trainer oder Coach betreut, der Anweisungen gibt, auf Fehler aufmerksam macht und für das Management zuständig ist. Er plant kommende Events und ist ein wichtiger Bestandteil des Teams.

Karriere als Gamer – realistisch?

Viele junge Menschen träumen davon eine professionelle Karriere in der Gaming-Szene einzuschlagen, doch nur die Wenigsten erreichen einen außergewöhnlichen Level, um damit auch Geld zu verdienen. Außerdem halten sich Profis meist nur wenige Jahre an der Spitze, da sich mit steigendem Alter die Reaktionszeit verschlechtert. Immer jüngere und bessere Spieler verdrängen die Elite und bereichern die Szene. Da für das Profi-Level viel Training erforderlich ist und dementsprechend viel Zeit investiert werden muss, gerät die Ausbildung für viele in den Hintergrund. Viele junge Menschen widmen sich dem E-Sport und schmeißen die Schule, um mehr Zeit in ihr Training zu investieren. Sollte man den Sprung zum Profi tatsächlich schaffen und sich die Karriere trotzdem irgendwann dem Ende neigt, dann drohen meist Arbeitslosigkeit und finanzielle Schwierigkeiten. Nur die Wenigsten Ex-Profis können in der Szene bleiben und dort einen Job finden. Ehemalige Pro-Gamer arbeiten häufig als Kommentatoren bei größeren Events oder sind als Experten vor Ort unterwegs. Manche sind bei der Entwicklung von neuen Spielen beteiligt und können so ihren Unterhalt finanzieren. 

Videospiele können süchtig machen. Immer besser werdende Grafik und die detaillierte Gestaltung der virtuellen Umgebung verleitet zahlreiche Menschen dazu, aus der harten und ungerechten Realität zu flüchten und in eine schöne künstliche Welt einzutauchen, in der man selbst gestalten kann und als Held große Taten vollbringen kann. Im Spiel „World of Warcraft“ ist es beispielsweise erforderlich viel Zeit zu investieren, um seinen Charakter oder Helden besser auszustatten und weiter zu kommen. Je mehr Zeit man im Spiel verbringt, desto angesehener ist man in dieser virtuellen Welt, weil man Herausforderungen meistert, die andere Spieler nicht erreichen können. Die Spieler erhalten für ihre Bemühungen eine Belohnung in Form von Levelaufstieg oder Gegenständen, mit denen der Held immer mächtiger wird. Ähnlich wie bei anderen Süchten entsteht deshalb bei der Computerspielabhängigkeit ein zwanghaftes Verhalten, ein Zwang ständig spielen zu müssen und präsent in der virtuellen Welt zu sein. Eine Sucht zeigt sich meist durch einen Kontrollverlust. Die Betroffenen können ihre Spielzeit nicht mehr begrenzen und gehen keinen anderen Tätigkeiten mehr nach. In Südkorea wird von Todesfällen berichtet, wo Spiele-Junkies vor dem Computer verhungern, weil sie so vertieft in ihre Tätigkeiten waren. In China starb ein Mann an Erschöpfung, nachdem er 15 Tage lang online gespielt hat. Ein weiterer Chinese starb nach einer durchgehenden Spielzeit von 3 Tagen. Um solche Ereignisse zu vermeiden hat man in China ein System entwickelt, welches die Spieler unter 18 Jahren dazu zwingt nach drei Stunden Spielzeit aufzuhören, da sie nachdem Erreichen der erlaubten Spielzeit keinen Zugriff mehr erhalten. In China werden Benutzer aufgefordert ihre Ausweisnummer einzugeben bevor sie spielen können. Somit hat die Regierung die Möglichkeit Jugendliche vor den Bildschirmen zu identifizieren und zu kontrollieren. Es gibt bereits zahlreiche Kliniken, in denen Computerspielsüchtige behandelt werden. Durch Verhaltenstherapie soll der Bezug zur Realität wieder hergestellt werden und die Sucht bezwungen werden.

Generell lässt sich aber sagen, dass es noch wenige Erkenntnisse zum Thema Computerspielsucht gibt. Dennoch steigt die Zahl an erkrankten Personen, die keine Kontrolle über ihr Spielverhalten haben. Mit fortschreitender Technik gestalten sich Spiele immer realistischer und gewinnen noch mehr Popularität. Computerspiele sind Teil der Kultur geworden, die Community wird ständig größer und die Möglichkeiten einer beruflichen Karriere in der Gaming-Szene steigen. Deshalb ist es umso wichtiger über die Gefahren, die damit verbunden sind, zu kennen und den richtigen Umgang mit neuen Medien zu fördern.

 

Pokémon GO – Hype oder Überwachung?

Seit Anfang Juli hat Nintendo, der Computerspiele – Konzern aus Kyoto, eine Smartphone App namens „Pokémon Go“ auf den Markt gebracht, welche die Handy-Spiel-Welt revolutioniert hat. Obwohl die App vorerst offiziell nur in den USA, Neuseeland und Australien freigegeben wurde, hat sie bereits mehr Downloads als  die Dating – App „Tinder“, die bislang als eine der erfolgreichsten Apps galt.

Pokémon GO

Pokémon Go kombiniert Virtualität und Realität. Die Spieler bewegen sich in der echten Welt und sehen sich als Pokétrainer gleichzeitig auf einer auf dem Smartphone angezeigten Karte, die sich mittels GPS-Erkennung aktualisiert. Ähnlich wie beim Geocaching muss man Orte aufsuchen, um Gegenstände einzusammeln oder sich in einer Arena gegen andere Trainer zu duellieren. Während der Spieler unterwegs ist erscheinen zufällig Pokémons auf der Karte, die man mit der Smartphone-Kamera suchen muss und anschließend mit einem Pokéball fängt. Manche Orte versprechen seltene Arten, die nur dort vorkommen. Die Spieler müssen also ständig in Bewegung bleiben, um im Spiel weiter zu kommen. So werden auch die faulsten Stubenhocker dazu animiert ihr Nest zu verlassen und frische Luft zu schnappen. Andererseits erfordert die App den Ortungsdienst zu aktivieren, theoretisch könnte man also jederzeit feststellen, wo man sich aufhält. Es kursierte das Gerücht, dass Nintendo den vollen Zugriff auf die Google-Konten um spielen zu können. Somit könnten sämtliche E-Mails und Daten eingesehen werden. Der Konzern versicherte aber, dass es sich dabei lediglich um einen Fehler handelte, der nur iOS-Benutzer betroffen hat, und dieser bereits wieder behoben wurde. Fest steht allerdings, dass Pokémon Go die Smartphone-Spielewelt revolutioniert hat und ein voller Erfolg ist, denn der Börsenwert des Entwicklers ist bereits um 10 Milliarden Euro angestiegen.

 

Quellen:

 

Neidhart, C. (2016). Nintendo ist wieder einmal auferstanden. Zugriff am 13.07.16. Verfügbar unter http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/nintendo-warum-pokemon-go-die-rettung-fuer-nintendo-ist-1.3074666

 

Sackmann, C. (2016). Pokémon Go – Warum dieses Smartphone-Spiel beliebter ist als Tinder, Twitter und WhatsApp. Zugriff am 13.07.16. Verfügbar unter http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/pokemon-go-warum-dieses-smartphone-spiel-beliebter-ist-als-tinder-twitter-und-whatsapp_H1319635023_296395/

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/E-Sport

https://de.wikipedia.org/wiki/Electronic_Sports_League

https://de.wikipedia.org/wiki/League_of_Legends_World_Championship

Rehbein, F., Kleimann,  M. & Mößle, T. (2009). Computerspielabhängigkeit im Kindes und Jugendalter Empirische Befunde zu Ursachen, Diagnostik und Komorbiditäten unter besonderer Berücksichtigung spielimmanenter Abhängigkeitsmerkmale. Zugriff am 12.07.16. Verfügbar unter https://www.schule.at/fileadmin/DAM/Gegenstandsportale/Gender_und_Bildung/Dateien/fb108.pdf